Lavendel (Lavandula angustifolia, Lavandula officinalis, Lavandula vera)

Lavendel als Zierpflanze


Von den etwa 25 bekannten Lavendelarten wird in Mitteleuropa hauptsächlich die winterharte Art Lavandula angustifolia kultiviert. Allerdings ist „winterhart“ ein relativer Begriff – im Weinbauklima überlebt der Lavendel die kalte Jahreszeit meistens ohne Probleme, während Sie in kälteren Regionen Frostschutz-Maßnahmen ergreifen sollten. Besonders empfindlich reagiert die Pflanze im Winter auf kalte, austrocknende Ostwinde.

Lavendel ist mehrjährig, wird etwa 60 bis 100 Zentimeter hoch und zählt zu den Halbsträuchern – das heißt, er verholzt nur unten. Ein durchlässiger, leicht sandiger und nährstoffarmer Boden sowie ein sonniger, trockener und windgeschützter Standort sind ideal.

 

Die schmucke Pflanze besticht nicht nur durch die ährenförmigen, violetten Blüten, die sich ab Juli zeigen, sondern auch durch die silbergrauen, lanzettförmigen Blätter. Diese machen Lavendel auch nach dem Verblühen noch attraktiv – besonders als Beeteinfassung entfaltet er seinen ganzen Charme.

Optimal sind sechs bis vier Pflanzen pro Meter. Der erste, leichte Rückschnitt der Pflanzen erfolgt direkt nach der Blüte. Im zeitigen Frühjahr wird der Lavendel dann ein weiteres Mal bis in die verholzten Teile zurückgeschnitten. Die Pflanze verzweigt sich an den Schnittstellen, bleibt kompakt und schön buschig.

Eine der besten Ziersorten ist Lavandula angustifula. Sie wurde im 19. Jahrhundert in England entdeckt und wächst von Natur aus etwas gedrungener und sehr dicht.

 

Lavendel als Rosenbegleiter


Eine gute Partnerschaft führen Rosen und Lavendel: Beide sind Sonnenanbeter und ergänzen sich optisch perfekt. Lavendel genießt noch dazu den Ruf, Blattläuse fernzuhalten. Im Winter können Sie dann beide Beetpartner mit Reisig abdecken, um Frost- und Trockenheitsschäden zu vermeiden.

 

Lavendel Pflege

Bei guter Pflege kann Lavendel 20 bis 30 Jahre alt werden. Die Pflanze stellt kaum Ansprüche und ist recht pflegeleicht.

Standort

Der richtige Standort sichert das Gedeihen aller Lavendelsorten. Wichtig sind maximale Sonne und ein passendes Substrat. Sind diese gegeben, steht einer tollen Lavendelblüte nichts mehr im Wege.

  • So viel Sonne wie irgend möglich, also vollsonniger Standort!
  • Keine Staunässe oder feuchter Boden!
  • Keine hohe Luftfeuchtigkeit!
  • Trockener Standort!
  • Wenn möglich, windgeschützt pflanzen!
  • Ideal steht Lavendel vor einer Hauswand oder Mauer, welche die Wärme speichern kann.
  • Praktisch ist Hangneigung, da dann Wasser gut ablaufen kann.
  • Notfalls Drainage einbauen!

Pflanzsubstrat

Lavendel mag es trocken, steinig, gern felsig. Er hasst Nässe und Luftfeuchte. Genau wie der passende Standort ist das entsprechende Substrat wichtig für die Entwicklung des Lavendels. Die beiden Faktoren sind ausschlaggebend.

  • Kalkhaltiges, möglichst kiesiges oder steinhaltiges Substrat
  • Auf alle Fälle nährstoffarme Erde verwenden!
  • Wer Erde kaufen muss, sollte Kräutererde wählen. Diese ist mit Sand vermischt und enthält wenieg Nährstoffe.
  • Substrat durchlässig!
  • Lehmigen Boden unbedingt auflockern!
  • Nicht Mulchen, denn Lavendel benötigt trockenen, warmen Boden. Mulch speichert zu viel Feuchtigkeit. Es kann zu Schimmel kommen. Mulch säuert den Boden, auch das mag Lavendel nicht.
  • Günstig ist, zweimal im Jahr Gartenkalk unterzumischen.
  • Kein saurer Boden!

Pflanzen

Lavendel zu pflanzen oder aber auch umzupflanzen ist kein Problem.

  • Der Boden muss gut vorbereitet werden. Dazu gehört unbedingt, alles Unkraut zu entfernen!
  • Bei zu feuchtem Boden unbedingt Drainage legen!
  • Wichtig ist ein ausreichender Pflanzabstand, damit die Pflanze bei Feuchtigkeit und Nässe gut abtrocknen kann.
  • Wer Topflavendel auspflanzen möchte, tut das am bestem vor Austriebsbeginn im März. So hat die Pflanze lange Zeit, vor dem Winter richtig einzuwurzeln.

Gießen und Düngen

Zu viel Wasser mag Lavendel nicht. Er kommt ja aus Gegenden, die karg sind und wo es wenig Niederschläge gibt. Lavendel kommt mit Trockenheit deutlich besser zurecht als mit Nässe. Auch Düngen ist nicht das Thema. Lieber kein Dünger als zuviel davon.

  • Nur Gießen bei anhaltender Trockenheit!
  • Wenn die Pflanzen angewachsen sind, braucht man nur extrem wenig zu gießen.
  • Besser morgens gießen, dann können die Pflanzen im Laufe des Tages abtrocknen.
  • Wer Lavendelblüten zur Ölgewinnung verwenden möchte, darf während der Blüte nicht gießen, denn hohe Feuchtigkeit reduziert die Ölbildung!
  • Lavendel in Töpfen müssen regelmäßig gegossen werden!
  • Erde darf aber nicht nass, sondern nur feucht sein!
  • Gedüngt wird einmal im Jahr, im Frühjahr mit Dung, Kompost oder Kalidünger.
  • Zu viel Dünger schadet den Pflanzen, sie mögen kargen Boden!

Lavendel schneiden

Lavendel, der nicht geschnitten wird, verholzt, bekommt eine abstrakte Form und blüht weniger. Deshalb ist ein Schnitt absolut wichtig!. Man schneidet hauptsächlich für die Optik, zum Verjüngen und damit die Qualität der Wirkstoffe erhalten bleibt.

  • Geschnitten wird nach dem letzten Frost (Ende März/Anfang April) und vor dem ersten Austrieb (Mitte Juli bis Anfang August)!
  • Im Frühjahr kürzt man ein bis zwei Drittel weg, schneidet also schon ordentlich.
  • Auch im Sommer ein Drittel, manchmal auch die Hälfte wegschneiden!
  • Wichtig! Jüngerer Lavendel muss kürzer und älterer weniger stark geschnitten werden!
  • Wichtig! Nicht ins alte Holz schneiden! Daraus treibt Lavendel nicht wieder aus.
  • Wichtig! Wird Lavendel zu spät im Sommer geschnitten, reift er oft nicht vollständig aus. Im Winter kann es zu Erfrierungen kommen.

Lavendel überwintern

Viele Lavendelsorten sind gut winterhart. Sie können im Freien überwintert werden. Wenn sie einen etwas geschützten Standort haben, muss man sie nicht mal abdecken. Es gibt aber auch solche Sorten, die in der freien Natur keine Chance haben. Sie müssen im Haus untergebracht werden. Ideal ist, wenn man schon beim Kauf darauf achtet, möglichst winterharte Sorten auszuwählen!
Eine Schwierigkeit ist, dass der Lavendel bei Minustemperaturen und Sonnenschein über die Blätter eine Menge Wasser verdunstet. Aus der Erde, die gefrohren ist, kann er keinen Ersatz ziehen. So kann die Pflanze vertrocknen oder Trockenschäden bekommen. Wer das vermeiden möchte, sollte den Lavendel mit etwas Reisig abdecken.

  • Winterhart ist der Echte Lavendel (Angustifolia)
  • Frostempfindlich sind Schopflavendel, Speiklavendel und Lavendel Intermedia
  • Alle nicht winterharten Pflanzen am besten in einen Kasten oder Kübel pflanzen!
  • Diesen im Haus, Keller, Garage, auf jeden Fall frostfrei und hell überwintern.
  • Bei Überwinterung der Kübel draußen, müssen diese gut eingepackt, auf Styroporplatten gestellt und geschützt aufgestellt werden!
  • Am besten ist Halbschatten, an einer warmen Hauswand und unter einem Dachvorsprung, damit es nicht zu nass wird.

Krankheiten und Schädlinge

Schädlinge kommen bei Lavendel kaum vor. Sie mögen die ätherischen Öle der Pflanze nicht. Krankheiten können dagegen schon auftreten, vor allem, wenn die Pflanze geschwächt ist, z.B. durch falsche Kulturbedingungen. Zu viel Nässe kann zu Fäulnis der Wurzel und zu Schimmelbildung führen. Schwarze Flecken auf den Zweigen des Lavendels deuten auf eine Pilzerkrankung hin, auf Phorma Lavandula. Wenn man also erst braune und dann schwarze Flecken bemerkt, befallene Zweige entfernen. Ansonsten hilft meist nix mehr, die Pflanze muss entsorgt werden.

Besonders schöne Lavendelsorten

Schopflavendel – nicht winterhart

  • 'Kew Red' – Neuzüchtung mit roten, gefiederten Blütenköpfen
  • 'Papillon' – purpurrosa Blüten
  • 'Helmsdale' – violette Blüten

Gartenlavendel

  • 'Hidcote Blue' – dunkelviolette Blüten
  • 'Mailette' – hellviolette kleine Blüten, starker Duft
  • 'Miss Kathrin' – hellrosa Blüten

Provence-Lavendel – nicht zuverlässig winterhart

  • 'Dutch' – mittelviolette Blüten, niedrigere Sorte
  • 'Rosea' – zart rosa Blüten, Rabattenpflanze
  • 'Abrialis' – hellviolette Blüte

Fazit

Lavendel ist eine Augenweide in jedem Garten. Wichtig ist, sich von Anfang an für die richtigen Sorten zu entscheiden. Das ist oft ausschlaggebend für das Überstehen des Winters. Viele Sorten sind ausreichend winterhart, viele aber auch nicht. Einige Sorten überwintern besser frostfrei und geschützt. Inzwischen gibt es nicht nur lavendelfarbene Sorten, sondern auch weiße und rosa Sorten. Pflege braucht Lavendel nicht viel, nur der Schnitt muss stimmen. Wichtig sind der passende Zeitpunkt und die Schnitttiefe.